Kraftsportler sind in der Regel nicht die Stars der Sportwelt
Im Gegensatz zu beispielsweise Fußballern und Tennisspielern fristen sie eher ein Schattendasein in der medialen Öffentlichkeit. Umso verwunderlicher ist es deshalb, dass es dem Gewichtheber Matthias Steiner bei den Olympischen Spielen 2008 gelang, eine ganze Nation für seine Leistungen und seinen Sport zu begeistern. Doch wie verlief überhaupt das ereignisreiche Leben dieses Ausnahmeathleten, wie schaffte er es Gold zu holen und warum ist Matthias Steiner einer der beliebtesten Sportler in Deutschland?
Geboren wurde Matthias Steiner 1982 in Wien. Der gebürtige Österreicher konnte sich daraufhin schon im Laufe seiner Jugend für den Kraftsport begeistern. Seine noch junge Karriere stand jedoch am Scheideweg, als ihm mit 18 Jahren Diabetes diagnostiziert wurde. Steiner schaffte es allerdings, seinen Leistungssport trotz dieser Krankheit fortzusetzen, indem er bis heute eine strenge Diät hält und sich regelmäßig Insulin spritzt. Erstmals auf sich aufmerksam machen konnte Steiner schließlich bei den Europameisterschaften 2002. Hier packte er zum ersten Mal die 200 kg beim Stoßen, was unter Kraftsportlern als eine magische Grenze gilt, welche zu durchbrechen nur wirklich guten Athleten gelingt. Doch trotz dieser Leistung, welche immerhin für Platz 11 ausreichte, schaffte Steiner nicht den kompletten Durchbruch.
2007 ereignete sich schließlich das Schicksal, welches sein Leben und seine Karriere für immer prägen sollte. So verstarb hier seine Ehefrau in einem Verkehrsunfall und Steiner sah sich alleine in Deutschland, wo er nur wegen ihr lebte.
Matthias Steiner fand aber seinen eigenen Weg, mit diesem Schicksal umzugehen: erbarmungsloses Training. Das Krafttraining war dabei eine Art Ablenkung, in welcher sich zudem all der Schmerz und das Leid entladen konnte. Dank des Kraftsports überwand Steiner allerdings nicht nur diesen Schicksalsschlag, sondern erreichte auch ein Kraftniveau, welches für die Goldene Medaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking reichte. Mit seinen 203 kg im Reißen und 258 kg im Stoßen setzte er dabei eine Bestmarke, welche er bis heute nicht wiederholen konnte.
Doch warum ist Matthias Steiner bei den Deutschen nun so beliebt?
Die Antwort ist eine einfache: Steiner ist einfach ein Vorbild und sich selbst immer treu geblieben. Trotz dieses schweren Schicksalsschlags und seiner Erkrankung lässt er sich nicht unterkriegen, sondern ist bereit, im Training alles zu geben. Aus diesen Gründen halte auch ich Steiner für einen Ausnahmeathleten, dessen Verdienst für den Kraftsport nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

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